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Foto von Andrew Grauman - Lettrétage

Koopera­tions- und Genossen­schafts­modelle - Reinblau auf dem Branchen­treff Lite­ratur

Mitte November fand im Haus der Kulturen der Welt in Berlin der 2. Branchentreff Literatur des Projektes „WiSU – Wirtschaftliche Stärkung der Urheber*innen in der freien Literaturszene Berlin“ statt. In diesem Jahr ging es bei der vom Literaturhaus Lettrétage organisierten viertägigen Veranstaltung schwerpunktmäßig um Kooperations- und Genossenschaftsmodelle. In vielen Workshops und Vorträgen konnten sich FreiberuflerInnen aus der Literaturbranche über alternative Formen der Arbeitsorganisation, Kooperation und Genossenschaftsmodelle informieren. Reinblau war gleich zu zwei Veranstaltungen eingeladen. In einem Vortrag am Samstag stellten Julia Kliemann und Dietmar Gigler die Entwicklung unserer Genossenschaft vor – von der Vorbereitungsphase bis heute, 22 Monate nach unserer Gründung. Warum wir uns als FreiberuflerInnen dazu entschlossen haben, eine Genossenschaft zu gründen und wie wir neben der formellen Ebene mit Satzung und Organen, wie Vorstand, Mitgliederversammlung und Aufsichtsrat, unsere Zusammenarbeit im Alltag gemeinschaftlich, gleichberechtigt und selbstorganisert gestalten, waren die Hauptthemen unserer Präsentation.

Foto von Holger Kist

Am Sonntag nahmen Julia und Dietmar am Podiumsgespräch zum Thema „Alte Genossen – neue Genossen“ teil. Außer den beiden Reinblau-RepräsentantInnen saßen zwei ehemalige Mitglieder des Merve-Kollektivs, Wolfgang Hagen und Rüdiger Möllering, auf dem Podium und berichteten eindrucksvoll von der Merve-Verlagsgründung Ende der 60er-Jahre. Trotz aller Kontraste (Marx-Lektüre, Raubdrucke und Selbstagitation auf der einen, Genossenschaft, agiles Projektmanagement und Selbstorganisation auf der anderen Seite) gab es viel Übereinstimmung. Besonders unser Genossenschaftszweck fand viel Anklang: Er besteht in der Förderung der Mitglieder – nicht in der Kapitalakkumulation durch die Firma. Das Bestreben, uns gegenseitig zu unterstützen und zu fördern bestimmt auch das Verhältnis zu unseren Kunden, die wir ebenfalls als Partner verstehen und mit denen wir an einem gemeinsamen Ziel arbeiten.

Foto von Andrew Grauman - Lettrétage